Die Geschichte dieser Landstriche ist in die Steine ihrer Dörfer geschrieben. Als seit jeher strategischer Knotenpunkt hat dieses Gebiet den Vorbeizug venezianischer Kaufleute und Kaiser miterlebt. Doch erst das 20. Jahrhundert hat seine Identität tiefgreifend geprägt: Diese Hügel waren Schauplatz des Ersten Weltkriegs und verwandelten die Landschaft in ein Freilichtmonument, in dem die Erinnerung an die Vergangenheit mit dem Frieden der Gegenwart verschmilzt.
Die Prosecco-Hügel von Conegliano und Valdobbiadene, die zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden, sind ein einzigartiges Beispiel für eine „Kulturlandschaft“. Die Rebreihen folgen den geschwungenen Linien der Hänge und bilden ein grünes Stickmuster, das von bäuerlicher Weisheit zeugt, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde.
Zwischen den Hügeln ragen venezianische Villen, mittelalterliche Burgen und jahrtausendealte Abteien empor – Zeugnisse einer Epoche, in der der venezianische Adel diese Orte für seine Sommerfrische (Villeggiatura) wählte und die Kunst großer Meister wie Palladio oder Canova mit sich brachte.
Heute ist dieses Gebiet ein Mosaik, in dem Tradition kein Museumsstück, sondern ein Lebensstil ist. Die Arbeitskultur verbindet sich mit Gastfreundschaft, und jedes Glas erzählt vom Fleiß und dem Stolz eines Landes, das es verstanden hat, Fels in flüssiges Gold zu verwandeln und zu einem der Symbole italienischer Exzellenz in der Welt zu werden.